Während dem Corona-Lockdown habe ich angefangen ein Bullet Journal zu führen. Gründe dafür gab es einige. Zum einen plane ich gerne auf Papier und gängige Planer wollten einfach nicht so recht zu mir und meinem Arbeitsstil passen. Außerdem wollte ich in meinem Planer/Journal auch Platz, um gewisse Dinge zu tracken. Meine Strick- und Leseprojekte zum Beispiel. Dafür bietet ein handelsüblicher Terminplaner wenig Platz. Ein Bullet Journal bietet einem maximale Freiheit und ich liebe es!
Ich habe mit der Zeit immer mehr Tracker in meinem Bullet Journal eingebaut und so langsam wird es Zeit, einen großen Bereich outzusourcen – in ein eigenes Journal. Ich rede hier von meinen Handarbeitsthemen, also stricken, häkeln und spinnen. Ich möchte hierfür mehr Platz, um ordentlicher und ausführlicher Informationen zu meinen einzelnen Projekten zu sammeln, Gedankengänge zu notieren und auch Raum für ein paar Spiele und Challenges zu haben.
Strickjournal – Digital vs. Analog
Aber warum nutzt du dafür nicht einfach Ravelry? Ein berechtigter Einwand! Bevor ich Mutter geworden bin, habe ich alle meine Strick- und anderen Handarbeitsprojekte auf Ravelry getrackt, fleissig dort meinen Stash eingepflegt und aktuell gehalten. Mit Baby hatte ich dafür plötzlich einfach keine Zeit mehr. Meine Ravelry-Projekte und mein Stash dort sind absolut veraltet! Damals hatte ich diese Plattform geliebt. Die Möglichkeiten, die es einem bietet und wie alles untereinander vernetzt ist oder vernetzt werden kann. Einfach genial, nach wie vor!
Wenn ich das so toll finde, warum nutze ich es nicht einfach wieder? Mein Leben hat sich seitdem sehr verändert. Ich bin seitdem nicht nur Mutter geworden, sondern auch vollselbstständig als Handfärberin mit meinem Onlineshop. Als Solo-Selbstständige hängt man leider mehr an Bildschirmen, als mir lieb ist. Der Beruf als Handfärberin hört sich so romantisch an. Man darf ja schließlich den ganzen Tag Wolle in den schönsten Farben einfärben, oder? Die Realität sieht leider etwas anders aus. Verwaltung, Kundenservice und Marketing erfordern viel Zeit am PC. Und ehrlich? Für meine Strickprojekte, die zumindest zum Teil noch privat sind, möchte ich auch ein wenig Auszeit von digitalen Medien.
Etwas handschriftlich festzuhalten macht außerdem etwas mit unserem Gehirn. Es wird tiefgründiger verarbeitet, wir sind mehr im Hier und Jetzt und erden uns mehr. Genau die Dinge, die wir doch mittlerweile im Alltag vermissen, oder? Es wird also Zeit, sich diese analoge Zeit bewusst wieder zurück zu holen. Und weil es mir so sehr Spaß macht, handschriftlich meine Projekte zu tracken und zu planen, habe ich mir dafür schöne Notizbücher entworfen. Das Auge plant ja schließlich mit! Da ich die Freude am Journaling gerne mit anderen teilen möchte, hast du nun auch die Möglichkeit, eines (oder mehrere) dieser Bücher zu erwerben. Du findest sie hier in meinem Shop.

Gründe, warum es sich lohnt, Notizen über seine Strickprojekte zu sammeln
Warum sollte ich überhaupt Notizen zu meinen Strickprojekten sammeln? Reicht das nicht, wenn ich sie einfach stricke? Ja und nein! Wenn du eine Anleitung ohnehin immer nur ein einziges Mal strickst und dann nie wieder, dann braucht man sicherlich keine Notizen hierfür. Aber sind wir mal ehrlich: So manches Strickprojekt stricken wir doch mehrmals und dann wäre es schon spannend, mit welcher Wolle und welcher Nadelstärke man es gestrickt hat oder?
Hat man eventuell etwas abgeändert, etwas an den eigenen Körper angepasst? Und wie genau hat man das gemacht? Wo hat man ein paar Maschen weggelassen oder hinzugestrickt? Hat man am Ende evtl. eine andere Abkettmethode gewählt? Wenn das Strickprojekt frisch beendet ist, hat man diese Dinge noch im Kopf. Aber ist erst einmal ein halbes Jahr vergangen, dann erinnert man sich aus dem Stehgreif nicht mehr so leicht an die Einzelheiten. Da ist es dann doch sinnvoll, wenn man einen Ort hat, wo man all diese Notizen leicht wieder finden kann.
Und wir alle kennen das ein oder andere UFO (unfertiges Objekt, also Strickstücke, die unvollendet über mehrere Wochen, Monate oder Jahre ihr Dasein in einem Projektbeutel fristen und darauf warten, endlich mal fertig gestellt zu werden.), das uns vorwurfsvolle Blicke zuwirft. Weißt du wirklich noch 2 Jahre später, welche Anleitung du da genau gestrickt hast? An welcher Stelle warst du eigentlich nochmal? Ups. Da hab ich irgendwann mal die Nadeln für ein anderes Strickprojekt herausgenommen. Welche Nadelstärke war das nochmal gleich? Hätte ich mir das bloß irgendwann mal notiert! Erkennst du dich da selbst? Ändern wir das doch gemeinsam mit einem Knitting Journal.

Wie ich mein persönliches Strickjournal aufbauen möchte

Mich interessiert es brennend, wie viele Projekte ich in einem Jahr fertig stricken kann. Und zwar nach Projektart aufgeschlüsselt. Wie viele Paar Socken schaffe ich in einem Jahr? Wie viele Pullover, Cardigans, Hosen, Cowls, Tücher, Decken, Mützen, Handschuhe und Wichtel werde ich wohl stricken? Und wie viel Garne werden ich spinnen?
All das möchte ich in dem Projekt-Counter auf meiner ersten Seite in meinem Knitting Journal verfolgen. Ich werde hier übrigens nicht ganz soooo streng sein. Wichtig für mich ist nur, dass sie in diesem Jahr fertig wurden, nicht dass sie auch im gleichen Jahr gestartet wurden.
Eventuell ist das ein wenig gemogelt. Aber ich möchte auch das ein oder andere UFO abbauen und auch diese endlich einmal zu einem Ende führen.
Auch wenn ich mittlerweile nur noch super selten dazu komme, steckt in mir eine Gamerin. Egal ob Videospiele oder Brettspiele, ich liebe ein gutes Spiel! Warum also nicht auch ein wenig Gamingfaktor in das Strickjournal mit einbauen?
Für mein Strickbingo habe ich mir ein Feld mit 5×5 – Einzelfeldern aufgezeichnet und in jedes eine bestimmte Challenge hineingeschrieben, die ich gerne in 2027 einmal gemacht haben möchte. Manche Aufgaben werden einfacher zu erfüllen sein, als andere. Aber wenn ich da nur easy peasy-Aufgaben reinpacke, wo bleibt denn da die Herausforderung?
Ein bisschen Challenge darf schon sein und deshalb möchte ich endlich einmal Intarsien ausprobieren oder seit Jahren mich mal wieder an ein neues eigenes Design wagen. Was es werden wird? Ich habe noch keine Ahnung. Das finden wir vielleicht gemeinsam 2027 heraus.


Bei My year in Progress werde ich meine fertigen Projekte tracken. Also nicht welche Projekte, sondern lediglich die Anzahl fertig gestrickter Strickstücke pro Monat.
Ich habe mich für diese Seite bei meiner Freundin Lali inspirieren lassen, die schon seit einigen Jahren ein eigenes Strickjournal führt. Noch bin ich mir nicht sicher, ob diese Seite für mich wirklich einen Mehrwert bietet. Das findet man aber am besten heraus, indem man es einfach mal ausprobiert, oder?
Die Crafting-Pixels habe ich so ähnlich bereits in meinem Bullet Journal in Aktion. Dort hatte ich es bisher Hobby-Pixels genannt und noch ein paar mehr Dinge getrackt. Ich finde allerdings für die anderen Hobbys immer weniger Zeit, weshalb es für mich nicht mehr so wichtig ist, diese auch zu tracken.
Bei den Pixels male ich jeden Tag im dazugehörigen Tageskästchen an, welche Handarbeit ich an diesem Tag gemacht habe. Und es ist dabei völlig egal, wie viel ich gestrickt, gehäkelt oder gesponnen habe. Auch wenn ich nur eine Reihe gestrickt habe, wird das farblich notiert.
Wenn ich an einem Tag mehrere Handarbeiten gemacht habe, also gestrickt und gehäkelt zum Beispiel, so wird das Kästchen einfach geteilt und beide Farben finden dort Platz. So ein Kästchen lässt sich auch wunderbar dritteln.

Das ist der aktuelle Stand meines Strickjournal für 2027. Natürlich habe ich noch weitere Seiten geplant. So möchte ich pro Monat eine Projekt-Tracker-Seite gestalten. Dort tracke ich dann, an welchem Tag ich an welchem Projekt gestrickt, gehäkelt oder gesponnen habe. Es wird mehrere Seiten geben, auf denen eine Kurzinfo-Ansicht zu den jeweiligen Projekten zu sehen ist und natürlich dann pro Projekt eine Doppelseite mit all den notwendigen Infos, die es braucht, um das Projekt evtl. wieder nacharbeiten zu können.
Heute Abend werde ich die nächste Seite in meinem Strickjournal live auf YouTube gestalten. Hier kannst du mir gerne dabei zugucken. (Und falls du es verpasst hast, findest du über den Link auch die Aufzeichnung. 😉
Führst du vielleicht bereits ein Strickjournal? Ich bin immer auf der Suche nach Inspiration. Was trackst du dort genau? Welche Seite findest du in deinem Strickjournal unverzichtbar? Schreib es mir gerne in die Kommentare!
Wollige Grüße
Deine Steffi
Verlinkt mit Lieblingsstücke
