Mein Tales of the Tundra Cowl – ein MKAL von Mary P. Hunt

Es ist kein Geheimnis, dass ich Stranded Colourwork liebe. Man muss sich hierbei auf einen Strick-Chart konzentrieren, zählen und konzentriert stricken und gleichzeitig entsteht Runde für Runde ein Kunstwerk. Es gibt wenig, was mich mehr entspannen lässt, als das. Das konzentrierte Stricken sorg dafür, dass ich kurz mal die Welt um mich herum vollständig ausblenden kann. Einfach mal im Moment sein und den Prozess genießen. Und am Ende hat man ein tolles Produkt erschaffen. Geht es eigentlich besser?

Als ich im Dezember auf Instagram gelesen habe, dass Mary P. Hunt (deren Anleitungen ich ohnehin dauerhaft förmlich ansabbere!) ihren allerersten Mystery Knitalong über die Rauhnächte veranstalten möchte und das auch noch perfekt in meinem Weihnachtsurlaub lag, konnte ich nicht mehr widerstehen.

Ein Mystery Knitalong mit Stranded Colorwork-Muster

Ein Mystery Knitalong ist immer ein wenig besonders. Hier spielt der Nervenkitzel immer ein wenig mit und man muss schon offen für Überraschungen sein. Ich lasse mich ja ganz gerne mal überraschen. Ein Strickprojekt, von dem man am Anfang noch nicht genau weiß, wie es am Ende aussehen wird, ist natürlich ein Wagnis.

Hier habe ich 3 Tipps für dich, welche Punkte ich vor der Teilnahme bei einem Mystery Knitalong beachte:

  1. Mag ich die bereits veröffentlichten Designs eines/r Strickdesigner:in?
    Im besten Fall verfolgt man die Veröffentlichungen eines oder einer Strickdesigner:in schon länger und hat vielleicht auch schon das ein oder andere Projekt von dieser Person nachgestrickt. Gefallen einem die überwiegende Anzahl der Designs gut und mag man die Art, wie diese Person Strickanleitungen schreibt, so ist das ein klares Go!
  2. Um welches Strickstück handelt es sich und passt das zu mir?
    Egal ob große Tücher, Cowls, Decken, Socken oder Gnome – es gibt eine große Anzahl an MKALs im Internet zu finden. Strickst du nicht gerne Tücher und trägst sie auch gar nicht gerne, dann ist ein MKAL, in dem ein Tuch gestrickt werden soll, nicht für dich gemacht. Magst du aber diese kleinen zuckersüßen Gnome und bevölkerst damit gerne deine Pflanzenregale, dann go for it!
  3. Hast du aktuell ausreichend freie Zeit, um bei einem MKAL mitzumachen?
    Für mich ist das oft die ausschlaggebende Frage. Freie Zeitslots zu haben, in denen man gemütlich dem Mystery Knitalong folgen kann, deren Anleitung ja meist Stück für Stück in vorgegebenen Zeitabständen veröffentlicht wird, ist entscheidend. Denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schon frustrierend ist, wenn man nicht just in time fertig wird und hinterher hinkt. Überlege dir also am besten im Vorhinein, ob der MKAL aktuell gut in deinen Alltag passt oder ob er bei dir noch mehr Stress und Mental Load auslöst.

Vor dem Start eines Mystery Knitalongs erfährt man natürlich zunächst, welches Material man für das ein oder andere Projekt benötigt. Natürlich habe ich hier wieder auf meine eigenen Garne zurückgegriffen.

Das Herzstück des Projekts: Meine eigene handgefärbte Wolle

Als Handfärberin ist es natürlich sehr praktisch, seinen eigenen Wollladen im eigenen Haus zu haben und sich so in der vollen Farbenpracht bedienen zu können. Für diesen tollen Cowl sollten drei Farben verwendet werden. Zwei Farben sollten einen hohen Kontrast aufweisen, damit das Motiv am Ende gut zur Geltung kommt. Die dritte Farbe kann auch zu einer der beiden Farben weniger Kontrast aufweisen. Mit diesen Angaben habe ich mich für die Farben Schwarz, Silbergrau und Vertrauen entschieden.

Vertrauen ist eine meiner neueren Färbungen und hat verschiedene Blau- und Braunschattierungen. Es ist vielleicht nicht die klassische Färbung für ein Colorwork-Projekt. Es ist allerdings auch nicht zu bunt gemustert, sondern hat eher einen Aquarallel-Effekt, der gut zu Colorwork passt.

Als Garnbasis habe ich die Blue DK ausgewählt, da der Cowl mit einem Garn in DK-Stärke gestrickt werden sollte. Dieses Garn besteht aus 100% Schurwolle, die von Bluefaced Leicester-Schafen aus Großbritannien stammt. Wenn du mehr über BFL (wie diese Schafrasse gerne mal abgekürzt wird) erfahren möchtest, dann findest du hier einen eigenen Blogbeitrag dazu.

Der Aufbau der Strickanleitung

Der Mystery Knitalong zum Tales of the Tundra Cowl von Mary P. Hunt ist mein zweites Strickprojekt von besagter Designerin. Ich habe tatsächlich sogar mit einem ihrer Cowls das Colorwork-Stricken gelernt. Und ich habe mir dafür natürlich nicht das einfachste Design ausgesucht, sondern das, das mir am besten gefallen hat. Und das war der Fossil Frenzy Cowl. Du findest einen Blogbeitrag zu diesem Projekt hier.

Und wie nicht anders von Mary P. Hunt gewohnt, war auch die Anleitung des Tales of the Tundra Cowl wunderbar einfach aufgebaut. Da es sich ja um einen Mystery Knitalong handelte, ist über 12 Tage lang täglich ein kleiner Abschnitt der Anleitung veröffentlicht worden. Normalerweise drucke ich jede Strickanleitung aus. Ich tu mich in der Regel einfach leichter mit einer gedruckten Anleitung. In diesem Fall hab ich jedoch darauf verzichtet und tatsächlich über den Handy-Bildschirm gestrickt und das hat ganz wunderbar geklappt.

Man beginnt – wie bei einem Cowl üblich – erstmal mit einem Bündchen, welches bereits im Colourwork-Muster gestaltet ist. Und diese Art des zweifarbigen Bündchens finde ich super schick!
Danach startet man mit dem eigentlichen Colourwork-Motiv und am Ende strickt man wieder ein zweifarbiges Bündchen.

Der Cowl hat für mich genau die perfekte Weite. Er ist weder zu eng noch zu weit. Er sitzt angenehm halsnah und wärmt so schön den Hals während der kalten Tage. Das ist ja durchaus eine Info, die nicht unwichtig ist.

Würde ich nochmal bei einem MKAL von Mary P. Hunt mitmachen? Aber auf jeden Fall! Der MKAL war super leicht zu händeln. Täglich waren es im Schnitt nur 8 Runden zu stricken. Das passt wirklich in jeden Alltag noch rein. Für mich war es die perfekte Urlaubsbegleitung und hat so doppelt so viel Spaß gemacht.

Wenn du meine Begeisterung zum Cowl nochmal in Videoform angucken möchtest, dann hast du hier die Möglichkeit. Dort zeige ich ihn auch getragen:

Und nun wünsche ich dir viel Spaß bei deinen Strickereien!

Wollige Grüße

Steffi

Verlinkt bei Lieblingsstücke

2 Gedanken zu „Mein Tales of the Tundra Cowl – ein MKAL von Mary P. Hunt

  1. Wow, der ist Dir super gelungen. Die Farben sind genau richtig ausgewählt, so dass das Motiv super zur Geltung kommt.

    Für mich schaut das richtig kompliziert aus, ich entspanne eher bei stinknormalen Socken. 😉

    Liebe Grüße

    Manu

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    1. Oh vielen lieben Dank! Das freut mich sehr. Sooo kompliziert ist es tatsächlich nicht. Man muss nur rausfinden, welche Methode am besten zu einem passt. Hat bei mir am Anfang auch ein wenig gedauert und viel Ausprobieren gebraucht. Aber wenns mal flutscht, dann machts richtig Spaß. ☺️

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