Mein Popsicle Tank – ein Kinder-Shirt mit Glitzer und Pailletten

Kinder und Glitzer, da gibts schon eine magische Anziehung, oder? Ich habe so das Gefühl, dass Kinder da ein wenig wie Elstern sind. Alles was glitzert, will ich haben. Als ich mien Pier 39-Shirt gestrickt habe, hat mein Sohn sofort den Wunsch geäußert, dass er auch ein Glitzer-Shirt haben möchte. Also habe ich mich auf die Suche nach einer passenden Anleitung gemacht und los gings.

Passenderweise entstand so auch ein weiteres Sample für eins meiner neuen Beilaufgarne im Shop – das Crazy Paillettes von Rico Design. Mehr erzähle ich gleich dazu.
Mein erster Eindruck vom Shirt? Einfach nur toll und sicherlich nicht zum letzten Mal auf meinen Nadeln.

Popsicle Tank – eine Anleitung von Noelle Knits

Bevor ich auf die verwendeten Garne eingehe, möchte ich noch ein paar Worte zur Anleitung verlieren. Das Popsicle Tank ist im Ursprung mit kecken Streifen gedacht. Diese habe ich hier aber nicht gestrickt, da ich das ganze Shirt in einen Fade verwandelt habe. Das lässt sich einfach machen, indem man sich einfach an die Grundkonstruktion der Anleitung hält und den Fade selbst hineinbastelt. Die Abstände zwischen den Farbabschnitten habe ich hier eher nach Bauchgefühl und viel Abwiegen ermittelt.

Die Konstruktion dieses Tank Tops ist sehr simpel und einfach gestrickt. Man strickt zunächst die Träger vom Rückenteil, die man dann zum oberen breiten Bereich des Rückens verbindet. Wenn man diesen Teil bis zum Ende des Ärmelausschnitts gestrickt hat, werden die Maschen stillgelegt und man strickt für die Vorderseite wieder zunächst die beiden Träger. Dabei strickt man direkt an den bereits gestrickten Trägern des Rückenteils an. Wenn Vorder- und Rückenteil bis unter dem Ärmelausschnitt gestrickt sind, wird zur Runde geschlossen und ab da gerade nach unten gestrickt.

Das einfache Rippen-Muster gibt dem Shirt Struktur und erzeugt zusätlich einen Negative Ease, oder zu Deutsch eine Minderweite. Sprich man strickt das Shirt enger als den Brustumfang, um es wirklich eng anliegend zu gestalten. Gerade bei diesem Kindershirt finde ich das sehr gelungen.

Ein raffiniertes Detail fand ich die Säume an den Armausschnitten und dem Kragen. Hier wird ein doppelt gestricktes Bündchen angestrickt, das mich sehr an ein Schrägband beim Nähen erinnert. Das lässt sich super einfach stricken und wirkt optisch einfach toll. Diesen Abschluss werde ich mir auf jeden Fall gut merken und ihn auch bei anderen Projekten zur Anwendung bringen.

Ein paar Worte zu den verwendeten Garnen

Da dieses Shirt ja auf Wunsch meines Sohnes entstanden ist, durfte er sich natürlich auch die Farbe aussuchen. Und seine Wahl hätte nicht besser ausfallen können, wie ich finde.

Die Grundfarbe oder das Hauptgarn ist natürlich handgefärbte Wolle in Form eines Fade-Sets aus Ministrängen meiner Sockenwollbasis Blue Socks in der Färbung Fade Libelle. Ursprünglich wurde dieses Set für meine eigene Anleitung Tuch Libelle entworfen. Wie man sieht, kann man es aber auch gut für weitere Projekte verwenden.

Als Beilaufgarn fiel die Entscheidung auf die Crazy Paillettes von Rico Design in der Farbe Puder. Ein Garn mit wirklich vielen Pailletten drauf. Alle 5 mm in etwa kommt eine Paillette. Das sorgt für mächtig viel Glitzer im Shirt. Der Nachteil ist hier allerdings, dass die Lauflänge mit 110m auf 25g für so ein Beilaufgarn echt wenig ist. Für ein Kindershirt kann man das ruhig mal All over verwenden. Für ein Kleidungsstück in Erwachsenengröße ist das dann allerdings doch recht kostenintensiv. Hier empfiehlt es sich, die Crazy Paillettes eher als Highlight in Streifen oder bestimmten Segmenten einzusetzen.

Zu den Blue Socks Minis Fade Libelle

Zu den Crazy Paillettes

Wie gut lies es sich stricken?

Generell würde ich das Stricken mit Beilaufgarnen nicht unbedingt Anfängern empfehlen. Da ist das Frustrationspotential vor allem zu Beginn doch recht hoch. Als fortgeschrittene:r Stricker:in lässt sich die Crazy Paillettes vor allem als Beilaufgarn doch recht gut verarbeiten. Ab und an hakelt es ganz minimal, aber das stört nicht so sonderlich.

Mir ist aufgefallen, dass hier meine Strickgeschwindigkeit jedoch etwas gedrosselt war, weil ich doch genauer hinschauen musste, damit das Garn mit passender Fadenspannung an den Ort seiner Bestimmung hingelangte. Aber das war wirklich nur ein minimaler Unterschied und lies sich im Vergleich zu anderen Effektgarnen wirklich angenehm verstricken.

Die Komfort-Frage: Kratzen die Pailletten?

Eine Frage hat mich zu diesem Beilaufgarn des Öfteren ereilt: Kratzen die Pailletten auf der Haut?

Die Erfahrung von mir und meinem Sohn ist nein, sie kratzen nicht auf der Haut. Kuschelweich sind sie jedoch auch nicht. Wenn man mit der Hand über das Gestrick streift, spürt man die Pailletten schon. Es sind ja auch jede Menge davon vorhanden. Allerdings fühlt es sich nicht störend an.

Wer allerdings sehr empfindliche Haut hat, der kann hier natürlich ein Unterziehshirt anziehen. Und wenn jemand mit der Nähmaschine begabt ist, dann spricht auch sicherlich nichts dagegen, hier ein Innenfutter einzunähen, wenn man das möchte. Das Innenfutter sollte dann allerdings ähnlich gut dehnbar sein, wie das gestrickte Kindershirt selbst.

Am angenehmsten tragbar ist die Crazy Paillettes, wenn sie sparsam als dünne Streifen verteilt im Shirt eingesetzt wird. Dann spürt man sie kaum auf der Haut.

Was man bei der Pflege beachten sollte

Während meine handgefärbte Sockenwolle durchaus auch in der Waschmaschine im Wollwaschgang (am besten so kalt wie möglich und optimal mit Schontrommel) gewaschen werden kann, empfiehlt der Hersteller bei den Crazy Paillettes Handwäsche. Und dem würde ich mich hier anschließen.

Handwäsche bei wolligen Stricksachen ist übrigens nicht so aufwendig, wie das oft klingt. Dafür weicht man das Strickstück einfach nur in warmem Wasser mit einem Schuss Wollwaschmittel ein. Nach ca. 20 Minuten drückst du das Strickstück vorsichtig aus (nicht wringen!) und gibst es nochmal in eine Schüssel mit ähnlich warmem klaren Wasser, um überschüssiges Waschmittel zu entfernen. Den letzten Schritt kann man auch nochmal anwenden, wenn noch viel Schaum austritt. Im Anschluss legt man das Strickstück in ein Handtuch, rollt das ganze ein und läuft ein wenig darauf herum, um überschüssiges Wasser herauszudrücken. Nun nur noch liegend trocknen, fertig. Am besten zieht man es hier auch noch ein wenig in Form oder steckt es auf einer Spannmatte fest.

Wenn du mehr zur Pflege von Strickprojekten erfahren möchtest, dann empfehle ich dir meinen Blogbeitrag hierzu. Du findest ihn hier.

Fazit & Ausblick

Mein persönliches Fazit zu diesem Kindershirt ist: Die strahlenden Augen meines Sohnes sagen alles. Er hat jedem in seiner Umgebung stolt das neue „Glitzer-Shirt aus Wolle, das meine Mama gestrickt hat“ präsentiert. Herrlich. So viel Wertschätzung von so einem kleinen Menschen ist einfach toll.

Das Shirt ist aber auch ein tolles Alltagsteil. Ich kann mir gut vorstellen, es noch in mehreren Varianten für meinen Sohn zu stricken. Die Konstruktion ist simpel und flott gestrickt und für den Sommer ist es ideal.

Wer sich alle Infos nochmal in Videoform ansehen möchte, der kann das gerne hier tun:

Ich sitze übrigens schon wieder an einem weiteren Glitzer-Shirt. Dieses Mal allerdings ohne Pailletten, dafür mit viel buntem Regenbogen-Tweed und für mich.

Wollige Grüße

Steffi

Verlinkt mit Lieblingsstücke

Hinterlasse einen Kommentar